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Rat der Stadt Ratingen soll sofort Konsequenzen aus dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz zur schulischen Inklusion von behinderten Schülerinnen und Schülern ziehen

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VIBRA fordert: Rat der Stadt Ratingen soll sofort Konsequenzen aus dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz zur schulischen Inklusion von behinderten Schülerinnen und Schülern in Ratingen ziehen
Am vergangenen Freitag 8.11.2013 wurde durch das Amt für Schulverwaltung die Beschlussvorlage 239/2013 mit der Überschrift „Inklusion“ ins Netz gestellt. In der Vorlage, immerhin 66 Seiten stark, wurden eher allgemeine Fakten zum Thema Inklusion zusammengetragen. Für die kommunalen Ratinger Bereiche der Information, Bewusstsein, Kommunikation; Bildung und Betreuung; Freizeit, Kultur, Sport; Berufsausbildung, Fort- und Weiterbildung, Arbeit; Planen, Wohnen, Bauen; Öffentliche Einrichtungen sieht der verantwortliche Dezernent Rolf Steuwe bislang keine aktuellen Handlungsbedarf, vielmehr könnten und sollten Überlegungen in den extra hierfür einzurichtenden Arbeitsgruppen im Rahmen eines Aktionsplanes erstellt werden.
VIBRA, Verein zur Integration behinderter Kinder in Ratingen e.V. kritisiert diese Vorgehensweise, da gerade für die Bereiche Bildung und Betreuung sofortige Maßnahmen zwingend erforderlich sind. Denn durch das 9. Schulrechtsänderungsgesetz besteht für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf schon in diesem Jahr ein einklagbarer Rechtsanspruch auf einen Platz in einer allgemeinen Schule, spätestens aber am 1.08.2014.
Karin Keune, VIBRA-Mitglied, Mutter eines neun jährigen Sohnes mit geistiger Behinderung: „Bislang lernte Chrissi in der Eduard-Dietrich-Schule zusammen in einer altersgemischten Klasse. Im nächsten Jahr soll er in die 5. Klasse kommen. Welche Schulen aber konzeptionell in der Lage sind, ein Kind mit Förderbedarf Geistige Entwicklung in der SEK 1 zu unterrichten, das ist bislang nicht bekannt.“
Konkrete Vorschläge zur Umsetzung der zieldifferenten Beschulung in einer weiterführenden Ratinger Schule zum Schuljahr 2014/2015 fehlen in der Vorlage völlig. Die Initiierung eines Aktionsplans bei dem Ziele und Maßnahmen zur Inklusion in den kommunalen Bereichen festgelegt werden, ist sicherlich ein bewährtes Mittel, im Bereich der schulischen Inklusion wird dadurch aber die Umsetzung erheblich verzögert. Es wird deutlich, dass der Schulträger auch in den vergangenen Jahren keine Planungen zur zieldifferenten Regelbeschulung für behinderte Schülerinnen und Schüler aller Förderbedarfe entwickelt hat.
Britta Witte, Vorsitzende des Verein VIBRA: „Aus diesem Grunde haben wir eine umfangreiche Stellungnahme zur Vorlage erstellt, die wir noch in dieser Woche an den Bürgermeister der Stadt Ratingen senden.“ Damit will VIBRA konkrete Hinweise geben, wie schulische Inklusion für alle Beteiligten, Kinder mit und ohne Förderbedarf, Lehrerinnen und Lehrer der Regel-und Förderschulen, Verwaltung und Schulaufsicht erfolgreich umgesetzt werden kann.

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